Empfehlungen

»Fidelio« Staatsoper Hamburg

Hans Neuenfels, etablierter Theater- und Opernregisseur, widmet sich in seiner Fidelieo-Inszenierung schwerpunktmäßig der Beziehung zwischen Leonore (die als Fidelio auftritt) und dem eingekerkerten Florestan. Wie wirkt sich die Haft auf den einst rebellischen Florestan aus? Und wie entwickelt sich, die an Mut gewinnende, Leonore? Die Antwort bildet ein radikaler Zusammenprall von Erinnerung und Wirklichkeit, den jeder nachempfinden kann, der schon einmal durch idealisierte Erinnerungen enttäuscht wurde.

Neben dieser schlüssig erzählten Geschichte ist die Inszenierung mit weiteren Andeutungen und Interpretationen gespickt, ohne dabei den ursprünglichen Handlungsstrang der Oper zu verlassen. Hans Neuenfels zieht gekonnt eine weitere Interpretationsebene in die Oper ein, indem er eine weitere Figur in Form eines Hundes integriert. Durch einen Tänzer dargestellt, verkörpert er anschaulich die Triebhaftigkeit des Menschen.

Sensationell: Statt der gesprochenen Dialoge zwischen den Gesangsstücken spielt Hans Neuenfels professionell gesprochene Aufnahmen ein. Durch diese Methodik schafft der Regisseur Raum für die agierenden Akteure. Die Figur des Don Pizarro kann so durch Slapstick-Techniken der Lächerlichkeit, die jeder Tyrann mit sich bringt, überführt werden.

Fakten zur Inszenierung

Schwierigkeitsgrad: Als erste Oper geeignet
Haus: Staatsoper Hamburg
Inszenierung: Hans Neuenfels
Musik: Ludwig van Beethoven
Libretto: Sonnleithner, von Breuning, Treitschke
Sprache: Deutsch
Premiere: 2004
Besucht: 2014
Spieldauer ohne Pause: Ca. 2 Stunden und 30 Minuten
Worauf Sie sich freuen können: Kreativ umgesetzte Dialoge, Unterstützung von Tänzern, ein im Kern stimmiges und stilisiertes Bühnenbild, eine neue Interpretationsebene durch eine weitere Figur