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»Mahagonny« Theater Bremen

Neben der Dreigroschenoper ist die Oper »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« eines der bekanntesten Musiktheaterstücke von Bertolt Brecht. Für den Operneinsteiger ist besonders der Klang der Musik, der gegenüber dem gängigen Opernrepertoire so ganz anders daher kommt, ein besonderes Reizmittel. So sind Stücke wie der »Alabama Song« auch außerhalb der Klassikszene von Größen wie »The Doors« durch Cover gewürdigt worden.

Bezüglich der Relevanz des Inhalts sind jedoch Zweifel erlaubt, da das deutsche Sozialsystem theoretisch alle Menschen absichern sollte. Ist Mahagonny für die heutige Gesellschaft also von Bedeutung?

Der Regisseur Benedikt von Peter bevormundet die Besucher seiner Inszenierung nicht, sondern lässt sie selbst entscheiden, indem er alle anwesenden Personen unmittelbar in die Szene versetzt. Die Bestuhlung des Bühnenraums wird entfernt und das ganze Haus wird zu Mahagonny. Lautsprecher verteilen Musik und Gesang in den Saal und das Foyer. Die Akteure werden mit der Kamera verfolgt und das Geschehen auf Leinwände projiziert. Dadurch können alle Besucher von jedem Ort immer hautnah dabei sein. Des Weiteren haben die Gäste die Möglichkeit, sich im Haus frei zu bewegen, womit sie selbst zu einem Teil der Inszenierung werden. Dazu mischt sich der Chor unter die Gäste. Auch verkleidete Gäste lassen die Grenze zwischen Zuschauer und Mitspieler verschwimmen. Die Folge ist eine ganz besondere Eindynamik, die sonstige Opernabende nicht bieten können.

Geht es Deutschland gut oder steckt doch mehr Mahagonny in unserer Gesellschaft als es uns recht und bewusst ist? Besuchen Sie die Stadt Mahagonny und finden es heraus!

Fakten zur Inszenierung

Schwierigkeitsgrad: Als erste Oper geeignet
Haus: Theater Bremen
Inszenierung: Benedikt von Peter
Musik: Kurt Weill
Libretto: Bertolt Brecht
Sprache: Deutsch
Premiere: 2012
Besucht: 2013
Spieldauer ohne Pause: Ca. 2 Stunden und 30 Minuten
Worauf Sie sich freuen können: Spannende Interpretationen, eine Inflation, ein 360°-Erlebnis