Opernführer

»Fidelio«

Die Gattung Befreiungsoper bringt Themen auf die Bühne, die das Volk bewegen. Im Zuge der französischen Revolution konnte sich auch Beethoven nicht den Bedürfnissen nach Gerechtigkeit entziehen.
So nahm er sich die Oper »Léonore ou L’amour conjugal« von Jean Nicolas Bouillys zum Vorbild. Diese Oper soll wiederum auf einer wahren Begebenheit beruhen: Madame de Tourraine verkleidete sich als Mann, um ihren Gatten aus der Gefangenschaft der Jakobiner zu befreien.

Über die Jahre hinweg hat die Oper nie an ihrer Aktualität verloren. Am 40. und letzten Jahrestag der DDR wurde sie in der Dresdner Semperoper aufgeführt.

Während vor dem Haus Demonstrationen für Recht und Freiheit stattfanden, spiegelte die Inszenierung im Haus die aktuellen Verhältnisse wider. Das Bühnenbild stellte ein DDR-Gefängnis dar. Der Chor spielte in Straßenkleidung und wirkte damit wie die demonstrierende Menge vor dem Haus.

»Fidelio« ist Beethovens einzige Oper, mit der er es sich nicht ganz einfach gemacht hat. Sie wurde zwei mal musikalisch und dramaturgisch überarbeitet, sodass es insgesamt drei Fassungen und vier Ouvertüren gibt. Zwischen der ersten und letzten Bearbeitung liegen zehn Jahre. Die dritte und letzte Fassung hat dem Publikum so gut gefallen, dass sie sich sogar rasch im Ausland verbreitet hat.

 

Visualisierte Handlung von »Fidelio« von Beethoven

 

So sieht die Inszenierung von Christine Mielitz aus, die 1989 in der Semperoper lief:

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Quellen:
Opera-Guide
Wikipedia
Zeit Online: Einige Szenen aus dem deutschen Frühling im Herbst: Kurz in Dresden