Opernführer

»Tosca«

Direkt nach Puccinis Meisterwerk »La Bohème« folgte am 14. Januar 1900 in Rom seine nächste Oper »Tosca«, die sich ebenfalls bis heute großer Beliebtheit erfreut.

Puccini lebte in einer Zeit voller Umbrüche und verarbeitet in seiner Tosca neben Liebe und Freundschaft auch politische Gedanken. Mit einem ungeschminkten Realismus illustriert er das Leben in einer Gesellschaft, dessen Machtgefüge sich in einem Ungleichgewicht befindet.

Der Liebe zwischen der Sängerin Tosca und dem Künstler Cavaradossi ist keine Zukunft vergönnt. Ein politische Gefangener des korrupten Polizeichefs Scarpia entflieht und findet Schutz bei Cavaradossi.

Dieser wird anschließend von Scapria gefoltert, um den Aufenthaltsort des Flüchtigen zu erfahren. Um Cavaradossi zu schützen unterwirft sich Tosca dem lüsternen Polizeichef Scarpia. Von Lust getrieben, unterschreibt er die nötigen Papiere und damit auch sein eigenes Todesurteil.

Trotz gelungenem Mord am Tyrannen, bleibt das Schicksal von Tosca und Cavaradossi unverändert. Über den Tod hinaus behält Scarpia seine Macht. Cavaradossi ist hingegen das Opfer der systematischen Willkür, in die er durch Zufall hinein geraten ist. Sein Tod ist ein Zeichen für die Absurdität eines Polizeistaats und des Menschen Scarpias.

 

Visualisierte Handlung von »Tosca« von Puccini
Visualisierte Handlung von »Tosca« von Puccini

 

Das Libretto von Tosca bietet fest definierte Zeiten und Orte. 1992 wagten Brian Large und Zubin Mehta ein aufregendes Experiment. Sie inszenierten Tosca live an den Originalschauplätzen zu den beschriebenen Uhrzeiten. Die Ausschnitte aus den Aufzeichnungen zeigen die »echten« Räumlichkeiten, an denen sich sicher so mancher Bühnenbildner inspirierte.

1. Akt – In der Kirche Sant’Andrea della Valle

 

2. Akt – Im Palazzo Farnese

 

3. Akt – Auf der Plattform der Engelsburg

 

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Quellen:
Opera-Guide
Wikipedia
– Csampai, Holland in »Opernführer«, 1990, S. 854—860